DM U18/ U23 in Bochum-Wattenscheid - Athletinnen und Athleten überzeugen mit 11 Medaillen

Das Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid hatte sich für drei nationale Höhepunkttage vom 03.-05.07.2026 für die Deutschen Meisterschaften gerüstet, um den U18- und U23-Jährigen ein sportliches Happening zu bescheren. Aus Sachsen-Anhalt hatten 54 Sportler und Sportlerinnen aus 10 verschiedenen Vereinen gemeldet. Für die U18-Jährigen hieß es zudem, neben dem Sammeln von Erfahrungen und auch Platzierungen, wer kann sich eventuell für die U18-EM im italienischen Rieti vom 16.-19.07.2026 qualifizieren.

Heiß umkämpft waren sodann die beiden ersten Podiumsplätze im Diskuswurf der WU18, welche bereits am Freitagnachmittag ausgeworfen wurden. Mittendrin Marlene Sack von den Halleschen LA-Freunden, die mit einer persönlichen Bestleistung von 49,04 m nicht nur die U18-EM Norm erneut bestätigte, sondern mit Rang 2 nun fest mit Rieti planen darf. Einen weiteren 2. Platz sicherte sich kurze Zeit später, die StG Team Sachsen-Anhalt in der WU18 mit der 4 x 100 m Staffel. In der Besetzung Johanna Lehneis, Amy Strätz, Valentina Krug und Olivia Nieß waren die jungen Damen nach 46,54 s im Ziel. Die jungen U18-Männer belegten in der Besetzung Phil Matthias, Luca Plötz, Felix Funk und Jakob Günther in 42,08 sec Rang 5 in ihrer 4 x 100 m Staffel. Im Weitsprung der MU18 zeigte Phil Matthias vom SV Halle einen sich stetig steigernden, vom Kampfgeist untersetzen Wettkampf, der schließlich mit dem 4. Platz belohnt wurde. Mit 6,67 m beginnend, steigerte er sich sukzessive auf 7,13 m und lag nur 6 cm vom Podium entfernt. Damit hatte er zumindest die U18-EM Norm von 7,10 m erfüllt, wenngleich nur die beiden Erstplatzierten mit Norm für Rieti in Frage kamen. Es folgten die 2.000 m Hindernis in der MU18. Auch hier ging es für Leon Wiezoreck vom SV Halle um einen anvisierten U18-EM-Platz. 06:03 min wurden benötigt, 06:00,82 min lieferte er in einem harten Fight. Letztlich wurde es aber nur Rang 5 für ihn, was zeigt, welchen Boom auch die Hindernisstrecke aktuell erfährt. Den ersten Wettkampftag beendete Emmanuel Agbo Anih vom SV Halle mit einem Schrei der Freude. Er griff zu, als es den 1. Platz im Diskuswurf in der MU23 zu verteilen gab. Mit 55,68 m krönte er sich damit zum Deutschen Meister 2026.

Der 2. Wettkampftag startete, wie der erste endete, mit einer Überraschungsmedaille im Hochsprung der WU18. Giséle Grosser vom SV Halle wuchs förmlich über sich hinaus. Bereits die U18-EM Norm von 1,74 m in der Tasche ging es nun Frau gegen Frau ins Höhenduell. Und sie flog sich direkt warm und steigerte sich schließlich bis auf 1,77 m und damit Rang 3. Der Jubeltanz auf und neben der Matte kannte keine Grenzen und animierte auch den Trainer, der am Rand stand, die Hüften und Arme zu schwingen. Damit darf sie sich zumindest als Ersatzfrau für Rieti noch ein wenig Hoffnung auf mehr machen. Im Kugelstoßen der WU18 zeigte ihre Trainingspartnerin Julia Malcharek mit 13,96 m einen guten Wettkampf, der mit Platz 8 belohnt wurde. Anschließend wurde es in der Sprunggrube des Lohrheidestadions um jedes Sandkorn, was verdrängt wurde, spannend. Der Dreisprung der WU18-Damen bot Spannung pur. Letztlich nutzte Olivia Nieß vom SC Magdeburg die Gunst der Stunde und sprang mit 12,56 m die direkte U18-EM Norm und zugleich auf Platz 1. Auf Rang 2 sortierte sich, die lange führende Maja Witte vom Haldensleber SC mit 12,53 m ein. Sie hatte die Norm bereits mehrfach zuvor erfüllen können. Damit war es Bank, zwei Sachsen-Anhaltinerinnen dürfen im Dreisprung das DLV-Team in Rieti unterstützen.

Im Kugelstoßen der MU18 wurde es gleichfalls laut und emotionsgeladen. Tizian Zöger vom SV Halle stieß seine 5,0 kg Kugel auf 17,06 m, was Rang 5 und eine persönliche Bestleistung zum richtigen Moment bedeutete. Über die 400 m Stadionrunde ging es heiter weiter, Niklas Stephan vom SV Lok Blankenburg 1949 hielt sich startbereit für seinen Clou. In 48,46 s lief er ungefährdet zum Sieg und darf mit erfüllter U18-EM Norm nun auch für Italien planen. Nur wenige Minuten später, sollte Sophie Liesigk vom SC Magdeburg über ihre 400 m Stadionrunde folgen. Als Jahresschnellste und bereits die EM-Norm in der Tasche, sollte nur noch wenigstens Platz 2 den Startplatz unterstreichen. Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nie. So belegte sie in 54,86 s Rang 3. Hoffnungsschimmer bleibt ggf.ein Startplatz in der Medley-Staffel, was sich aber erst noch bestätigen muss!?

Das Kugelstoßen der WU23-Damen wurde zu einer langwierigen Sache für einige Athletinnen, die in ihrer Vorbereitung durch parallele Starts anderer Disziplinen in der Live-Übertragung mehrfach unterbrochen wurden. Mit von der Partie war Kajsa Zimmermann von den Halleschen LA-Freunden, die mit 14,40 m Rang 7 belegte. Ebenfalls Platz 7 sicherte sich in der anschließend folgenden MU23 Theodor Otto Eltz vom SV Halle mit 14,81 m im Kugelstoßen. Damit endete auch der 2. Wettkampftag erfolgreich.

Mit frischen und vereinten Kräften ging es in den letzten Wettkampftag der Deutschen U18/ U23 Meisterschaften (03.-05.07.2026) im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid Sonntagmorgen los. Das Speerwerfen der WU18 sollte mit gleich fünf Starterinnen aus Sachsen-Anhalt zu einem Sahnestück werden. Ein wenig besonnen beginnend, starteten die Athletinnen in die ersten drei Würfe. Bis ein Feuerwerk an Weiten die Versuche 5 und 6 durcheinander schüttelte. Es siegte schließlich mit persönlicher Bestleistung von 50,09 m im letzten Versuch Tami Forkel von den Halleschen LA-Freunden. Die U18-EM Norm bereits in der Tasche, war das das Ticket für Rieti. Auf Rang 2 warf sich Annabell Flizikowski vom SV Halle mit 48,17 m warm bzw. zur persönlichen Bestleistung zum richtigen Moment. Sie hätte jedoch über 49,00 m werfen müssen, um noch bei der Vergabe der EM-Plätze Einfluss nehmen zu können. Somit blieb der bisher Zweiten des Jahres und mit bereits erfüllten EM-Norm, Jette Strauß vom Haldensleber SC, mit 45,25 m leider nur Rang 5. Auf Rang 3 und 4 schoben sich weitere Athletinnen dazwischen, u.a. Lena Sachse aus Sachsen, die die Norm auch bereits erbringen konnte. Somit bleibt Jette eventuell noch ein Platz als Ersatz?! Das Weitsprungduell der WU18-Damen konnte leider nicht mit Valentina Krug vom SC Magdeburg starten, die die U18-EM Norm von 6,00 m bereits erfüllt hatte. Tags zuvor hatte sie sich über 100 m auf den letzten Metern eine Muskelverhärtung zugezogen. Somit blieben aber die beiden jungen Springerinnen Maja Witte und Olivia Nieß, die die EM-Tikets für den Dreisprung am Samstag buchten, als heiße Eisen im Feuer. Maja Witte vom Haldensleber SC belegte mit 5,69 m Rang 5, Olivia Nieß vom SC Magdeburg erzielte mit 5,47 m Rang 7.

Im Speerwurf der MU23 sortierte sich kurz darauf Oskar Jänicke vom Mitteldeutschen SC auf dem 5. Platz mit 69,36 m ein. Sein Speer wollte diesmal, die sonst so sichere 70 m Marke, nicht überfliegen. Zuvor hatte aber seine Trainingspartnerin Nina Reincke vom SC Magdeburg mit Platz 2 in der WU23 und 51,75 m im Speerwurf das Trainingsgruppen-Medaillenkonto gefüllt. Rachael Agbo Anih vom SV Halle wurde an gleicher Stelle mit persönlicher Bestweite von 47,19 m Vierte. Last but not least bewies der Teutschenthaler Constantin Harry Fox (SV 1885 Teutschenthal/ WLT) über 400 m Hürden Kampfesqualitäten. In persönlicher Bestzeit von 54,92 s katapultierte er sich auf Rang 4 in der MU18 und verbesserte sein Bestzeit um über eine Sekunde. Im 400 m Hürdenlauf der WU23 Damen war es Sophie Albrecht vom SC Magdeburg, die in 60,56 s zu ihrer Saisonbestzeit auf Platz 7 lief.

Damit endete ein langes Wochenende voll bepackt mit Emotionen und Momenten des Glücks als auch in Einzelfällen der Enttäuschung. In nackten Zahlen liest sich dieses, wie folgt in der Gesamtbilanz: 11 Medaillen und 14 Finalplätze 4 bis 8 (4/5/2/3/6/0/4/1; davon U18: 9 Medaillen und 9 Finalplätze 4 bis 8 (3/4/2/2/5/0/1/1) sowie U23: 2 Medaillen und 5 Finalplätze 4 bis 8 (1/1/0/1/1/03/0).

Von insgesamt 14 erfüllten U18-EM-Normen, werden hoffentlich sieben junge U18-Athleten und -Athletinnen ihre erste DLV-Nationalmannschaftserfahrung sammeln können. So eine breite Basis an jungen Wilden hatte die Leichtathletik in Sachsen-Anhalt sehr lange nicht mehr!

Vielen Dank allen Sportlerinnen und Sportlern sowie deren Trainerinnen und Trainern. Wir lesen und sehen uns nun vom 10.-12.07.2026 erneut im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid wieder.

Melanie Schulz

Alle Ergebnisse stehen auch unter: https://ergebnisse.leichtathletik.de/Competitions/Details/20036

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