Abschied von Marita Lange

Die Olympiazweite Marita Lange ist tot!

Wie erst jetzt richtig bekannt wurde, verstarb sie am 12.12.2025 nach längerer Krankheit in ihrer Heimatstadt Halle. Jahrelang kämpfte Marita mit ihrer eigenen humorvollen Art und stets bodenständiger Bescheidenheit gegen alle gesundheitlichen Widrigkeiten an, fuhr so oft es ging mit dem Rad und frönte bis zuletzt dem Schwimmen.

Den größten sportlichen Erfolg feierte die waschechte Hallenserin mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille in México-Stadt 1968, als sie mit 18,78 Meter hinter Margitta Gummel tolle Zweite wurde. Bei den letzten Europäischen Hallenspielen 1969 gewann sie ihre internationale Goldmedaille. In ihrer aktiven Laufbahn errang sie zwei Bronzeplaketten bei den Europameisterschaften 1966 und 1969 sowie die Silberne 1971! Den DDR - Meistertitel erkämpfte Marita zwei Mal in den Jahren 1970 und 1973. Die von Lothar Hinz trainierte Athletin des SC Chemie Halle platzierte sich bei ihren zweiten Olympischen Spielen 1972 mit Platz 6 ein weiteres Mal im Finale der Weltbesten !

Nach der Sportlerlaufbahn wurde sie Unterstufenlehrerin und arbeitete im Kreisvorstand Halle des DTSB. Nach der politischen Wende wurde Marita Sachbearbeiterin im Behinderten- und Rehabilitationssportverband Sachsen -Anhalt. Gleichzeitig engagierte sie sich als Trainerin des Rollstuhlsportlers Ulrich Iser, den sie jahrelang erfolgreich trainierte und bei den Paralympics 2000 in Sidney zur Bronzemedaille im Kugelstoßen führte.

Sie wurde in aller Stille beigesetzt, so wie es ihr Wunsch war und so, wie sie es wollte: ohne viel „Tam Tam“ und bescheiden.

Immer freundlich, aufgeschlossen, herzlich und humorvoll haben sie viele von uns erleben dürfen! Genauso werden wir Marita Lange in Erinnerung behalten und ihr Andenken ehren.

Wir verneigen uns still ein letztes Mal vor einer großen Athltin und anerkannten Kollegin!

Text: Hardy Gnewuch